Das DBV-Team vor Beginn der WM

Das WM Tagebuch

Gewinnt immer Gold: Katie Taylor

19. Mai 2012

WM Finale in Qinhuangdao

Katie Taylor gewinnt 11: 7 vs. Sofya Ochigava


Die WM von Qinhuangdao ist zu Ende, es lebe Olympia London 2012

 

Es waren die Chinesinnen, die auf Platz 1 der Rankingliste landeten. Vor Rußland, den USA und England. Heimvorteil hin oder her, die drei Goldmedaillen hätten sie wohl auch überall in der Welt erkämpft. Die sieben weiteren Goldmedaillen verteilten sich auf sieben andere Nationen. In die Medaillenwertung (Gold, Silber, Bronze) kamen 18 Länder, Deutschland ist leider nicht darunter.

 

Dennoch konnte sich die DBV-Truppe mit sieben Siegen in der Vorrunde immerhin auf Platz 16 der Rankingliste behaupten. Aber es ist halt so: neun europäische Länder sind besser eingestuft. Und selbst für die dahinter liegenden Ungarn und Niederlande gab es jeweils einmal Bronze. Sicher wird der DBV nun am Ball bleiben und das Frauenboxen weiterhin vorantreiben. Unter die TOP TEN zu kommen, das wäre schon was. Das Material dazu ist vorhanden.

 

Die Finalkämpfe:

48 kg: Josie Gabuco (PHI) 10 : 09 vs. Shiqi XU (CHN)

Die Philippinin Josie Gabuco war es, die als Erste der zehn neuen Weltmeisterinnen die Goldmedaille in Empfang nehmen durfte. Es war eine Verwarnung in der dritten Runde gegen Shiqi Xu (CHN), die den ausgeglichenen Kampf entschied und zum 10:9 führte. Hut ab vor den beiden Finalistinnen, die als Nobodies die Asse aus dem Weg geräumt hatten!

 

 

51 kg: Cancan REN (CHN) 14:10 vs. Nicola Adams (ENG)

Die Chinesin ist nun dreifache Weltmeisterin, nachdem Nicola Adams nicht mehr an ihre Form vom Viertel- und Halbfinale herankam. Hier hatte sie ja Mary Kom und Elena Savelyeva ausgeschaltet. Nur in der dritten Runde blitzte ihr Können auf, ansonsten hatte Ren alles im Griff. Noch ein Wort zu unserer Azize Nimani: Sie erzielte von allen REN-Gegnerinnen mit 11:14 das knappste Ergebnis. Leider bereits im Achtelfinale. Also gehört Azize unter die TOP TEN der Welt!

 

54 kg: Aleksandra Kuleshova (RUS) 16:10 vs. Terry Gordini (ITA)

Bei der internen russischen WM-Ausscheidung landete Kuleshova in 51 kg nur auf dem dritten Platz und versuchte deshalb ihr WM-Glück in 54 kg. Und welch ein Triumph für sie in Qinhuangdao. Sie beherrschte ihre vier Gegnerinnen klar, darunter auch Elena Walendzik (9:18). Die einzige russische Goldmedaille ging an Kuleshova, wer hätte das gedacht?

 

 

57 kg: Tiara Brown (USA) 24 : 21 vs. Sandra Kruk (POL)

Die beiden Favoritinnen erreichten das Finale. Die Amerikanerin fand besser in den Kampf und lag nach zwei Runden bereits 10:5 vorne. Danach verlief es ausgeglichen. Lediglich eine Verwarnung für Brown minimierte das Ergebnis.

 

60 kg: Katie Taylor (IRL) 11: 07 vs. Sofya Ochigava (RUS)

Zwei Runden lang konnte die Russin den Hauptkampf der WM offen gestalten (4:4), bevor sich dann doch die nunmehr vierfache Weltmeisterin aus Irland durchsetzte.

Aber bestand hier Chancengleichheit? Während Taylor nur vier Kämpfe bestreiten musste (+ 1x Freilos + 1x walk over), kletterte die nicht gesetze Ochigava sechsmal über vier Runden in den Ring. So gesehen sind die je zwei Gegentreffer mehr in Runde 3 und 4 verständlich.

Bei Olympia werden die Karten neu gemischt, entschieden ist hier noch gar nichts. Mal sehen, was sich Ochigava bis dahin einfallen lässt.

 

 

64 kg: Kyong Pak (PRK) 10 : 05 vs. Magdalena Stelmach (POL)

Nordkorea hat eine Weltmeisterin! Beide Finalistinnen galten als Aussenseiter, ließen dann aber von Kampf zu Kampf aufhorchen. Pak kontrollierte das Finale und verbuchte alle Runden für sich.

 

 

69 kg: Mariia Badulina (UKR) vs. Raquel Miller (USA) 14 : 08

Drei Runden lang hielten sich die Vorteile von Badulina in Grenzen (8:6), bevor die Ukrainerin im Schlußdurchgang aufdrehte (6:2) und deutlich siegte. Beide Athletinnen zählten nicht zum Favoritenkreis.

 

 

75 kg: Savannah Marshall (ENG) 17 : 15 vs. Elena Vystropova (AZE)

Stand es in den Sternen, daß die Boxerin aus dem englischen Hartlepool ausgerechnet an ihrem 21. Geburtstag mit einem WM-Titel gekrönt werden soll? Wenn ja, dann hatten sie recht. Das Geschenk war allerdings heiß umkämpft, denn Vystropova konnte bis auf die zweite Runde (2:4) den Kampf ausgeglichen gestalten. Beide Kämpferinnen hatten beim Turnier Schwerstarbeit zu verrichten. Marshall als Nr. 6 nominiert, bestritt insgesamt fünf Kämpfe. Vystropova als "Ungesetzte" musste sogar sechsmal innerhalb von 8 Tagen in den Ring!

 

 

81 kg: Meiqing YUAN (CHN) 18:11 vs. Franchon Crews (USA)

Die Chinesin wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Crews konnte nur zu Beginn mithalten, dann setzte sich die Jugend-Weltmeisterin ab und holte ihren ersten WM-Titel bei den Frauen. Dies mit gerade mal 19 Jahren.

 

 

+81 kg: Yunfei LI (CHN) vs. Yulduz Mamatkulova (KAZ) 21 : 13

Auch Yunfei Li war auf Nr. 1 gesetzt und gewann ihre drei WM-Kämpfe souverän. Eine Verwarnung in der vierten Runde konnte ihr nichts anhaben, zu deutlich war ihre Überlegenheit gegen Mamatkulova.

 

 

Musste sechs Kämpfe in acht Tagen bestreiten: Sofya Ochigava (hier mit Katinka Semrau)

18. Mai 2012

Halbfinale Frauen-WM Qinhuangdao

Sieben Russinen flogen raus.

Die Boxwelt freut sich auf Katie Taylor vs Sofya Ochigava


Es war der Tag der Chinesinnen, die vier ihrer fünf Halbfinalistinnen in den Endkampf durchbrachten. Aber auch die USA bekam drei Boxerinnen durch, England und Polen jeweils zwei. Unzufriedenheit herrschte im Russlandlager, wo nur Aleksandra Kuleshova und Sofya Ochigava den Ring als Sieger verlassen durften. Die Niederlagen der sieben weiteren Boxerinnen waren nicht eingeplant.

 

Zu den olympischen Klassen:

51 kg: Cancan Ren (CHN) bootete die Polin Karolina Michalczuk mit 27:18 aus. Somit muß die Leistung von unserer Azize Nimani aufgewertet werden, die im Achtelfinale gegen Ren mit 7:13 unterlegen war. Daß Nicola Adams in der unteren Gruppe der Russin Elena Savelyeva mit 11:6 überlegen war, kam für manchen Experten überraschend.

 

60 kg: Irlands Nationalheldin Katie Taylor hatte mit der etwas zu ungenauen Konterboxerin Mavzuna Chorieva aus Tatschikistan nur phasenweise Probleme. Dank ihrer hervorragenden Beinarbeit und Präzision gewann Taylor mit 16:6.

Im Finale kommte es zur dritten Auflage zwischen Taylor und Sofya Ochigava. Man darf gespannt sein.  Die Russin lag gegen Natasha Jonas nach drei Runden mit 12 : 4 vorne. Schlagreich der Schlußdurchgang, der 6:6 endete. Somit 18 :10 für Ochigava. Fazit : die Zeiten von Siegen mit über 20 Punkten Vorsprung sind für Taylor und Ochigava vorbei. Die Konkurrenz hat aufgeholt, kommt aber noch nicht heran.

 

75 kg:  Waren noch geringe Hoffnungen für Andrea Strohmaier für ein "Last-Minute-Ticket" für Olympia vorhanden, so sind diese wohl ad acta gelegt worden. Ihre Bezwingerin Anna Laurell (SWE) unterlag nämlich überraschend gegen Elena Vystropova (AZE) 15:16. Letzter kämpft nun um die WM gegen Savannah Marshall (ENG), die gegen Nadezda Torlopova alle vier Runden gewann, insgesamt mit 18:10.

 

In den nichtolympischen Klassen gab es ebenfalls einige Überraschungen. In 54 kg setzte sich die Nichtgesetzte Aleksandra Kuleshova (RUS) über Kejia Liu (CHN) mit 19:10 durch. Auch deshalb verdient die 9:18 Niederlage von unserer Elena Walendzik im Achtelfinale gegen die Russen ihre Anerkennung.

 

Die AIBA hatte vor Beginn der WM die Weltranglistenersten und -zweiten auseinander gesetzt. Aber nur in zwei (51 kg, 57 kg) der zehn Gewichtsklasse kommt es nun zur Auflage Nr. 1 vs. Nr. 2. In den anderen Klassen haben sich weitgehend andere Boxerinnen durchgesetzt. 

 


17. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Ein Tag Pause- Zeit für die Zwischenbilanz der Weltbesten

Favoritenstürze kund Kritik am Olympia-Vergabesystem


 40 Boxerinnen von insgesamt 305 sind bei der WM noch im Rennen, haben eine Medaille sicher. Nun geht die Jagd los nach Gold und Silber. Am Start sind noch 18 von 70 Nationen.

 

Es sind die Rusinnen, die das Teilnehmerfeld regelrecht aufgemischt haben. Von ihrem Zehnerteam sind sage und schreibe noch neun Boxerinnen dabei. Unglaublich! Ausrichter China und die USA gehen mit fünf Damen ins Halbfinale, England mit vier, Polen mit drei und Kasachstan mit zwei. Die übrigen 12 Boxerinnen kommen aus verschiedenen Ländern.

 

Trotz des "Setzen"" von Favoritinnen nach der AIBA-Punkterangliste trafen bis zum Viertefinale etliche Spitzenathletinnen aufeinander. Dabei schieden die mehrfachen Weltmeisterinnen Mary Kom (IND), Gulsum Tatar (TUR) und Mary Spencer (CAN) in den olympischen Klassen neben weiteren Hochkarätern vorzeitig aus. Sie bangen nun alle um ihre Olympiateilnahme. Hoffen auf eines der 12 zusätzlichen Quotentickets, die von AIBA/IOC noch zu vergeben sind. Diese sind eigentlich für "Exoten" vorgesehen, um Olympia nicht nur auf wenige Nationen zu beschränken.

 

Die Verfahrensweise wird nun heftig kritisiert, auch von Seiten der Sportlerinnen.

"Wir stehen bei unserem ersten Olympiaauftritt im Rampenlicht und deshalb sollen die Allerbesten am Start sein", setzt sich Katie Taylor ein. Ein AIBA-Sprecher bezeichnet dagegen das schon vorher festgelegte System als fair.

 

Von den 40 Halbfinalistinnen am Freitag kommen 22 aus Europa, 12 aus Asien und 5 aus Amerika (alle USA). Mittel- und Südamerika, Afrika und Ozeanien sind nicht mehr dabei. Soviel zum weltweiten Kräfteverhältnis.

 

Kam in Qinhuangdao bestens zurecht: Andrea Strohmaier

 

17. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Ein Tag Pause -  Danach geht es ohne Deutschland weiter

Zeit für die DBV-Bilanz, Zeit für die Zwischenbilanz der Weltspitze

 

265 Kämpfe von insgesamt 295 sind absolviert. Manche Athletinnen standen bereits viermal binnen fünf Tagen im Ring. Heute ist nochmals Regeneration und Pflege von Blessuren angesagt. Weiter gehts dann im Halbfinale und tags darauf im Finale gegen die stärksten Boxerinnen der Welt. Insgesamt also sechs Kämpfe über bis zu 24 Runden innerhalb von 8 Tagen. Darf man das dem weiblichen Geschlecht antun? Das kann doch kein Arzt vertreten. Aber die AIBA schon, die kann alles.

 

Die deutschen Boxerinnen sind mittlerweile allesamt ausgeschieden. Am besten verkaufte sich Andrea Strohmaier, die mit drei Siegen bis ins Viertelfinale vordringen konnte. Einer Ex-WM Anna Laurell zu unterliegen, ist kein Beinbruch. Zweimal erfolgreich war Azize Nimani, die im Achtelfinale von der überragenden WM 2010 Cancan Ren aus dem Wettbewerb gedrängt wurde. 

 

Je ein Sieg für Elena Walendzik und Julia Irmen, das war für die DBV-Erfolgsbilanz zu wenig. Elena hatte ja schon die Russin Kuleshova vor 2 1/2 Jahren besiegt, aber die ist heuer in Hochform.  Bereits in ihrem ersten Kampf scheiterten Maike Klüners, Janina Bonorden und Sarah Scheurich an Gegnerinnen, die keine Medaille holten. Man muß aber berücksichten, daß Irmen und Scheurich nur mit einem Treffer Unterschied unterlagen.

 

Vergleichen wir mit der WM Barbados 2010: 

Damals erreichten sieben DBV-Boxerinnen mit 6 Einzelsiegen und 7 Niederlagen fast die gleiche Bilanz wie 2012 = 7S/7N. Aber es boxten sich damals Maike Klueners, Andrea Strohmaier und Ulrike Brückner drei Damen bis ins Viertelfinale durch. Drei schieden im ersten Kampf aus, genau wie 2012. Es steht außer Zweifel, daß die DBV-Damen ihr Bestes gegeben haben, auf Barbados und Qinhuangdao. Für Medaillen hat es leider nicht gereicht.

 

So wird der DBV in der Abschlußwertung wohl im Zwanzigerbereich unter den 70 anwesenden Nationen liegen. Ein Fortschritt in der Gesamtheit gegenüber der WM 2010 ist somit nicht erkennbar. Trotz des Riesenaufwands bei der Vorbereitung.

 

16. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Andrea Strohmaier scheitert an Anna Laurell

Olympiaticket doch noch drin?

 

75 kg (olympisch) Andrea Strohmaier vs. Anna Laurell (SWE) 08 : 14

 

Als einzige Boxerin des siebeköpfigen DBV-Aufgebotes erreichte Andrea Strohmaier das Viertelfinale. Im Kampf um Bronze unterlag sie dann aber gegen die Schwedin Anna Laurell mit 8:24. Andrea verkaufte sich sehr gut, musste allerdings alle vier Runden abgeben.

Die Hoffnung auf ein Olympiaticket bleibt der Augsburgerin aber doch noch erhalten.

In 75 kg werden zunächst drei Europaplätze verteilt und zwar an die Halbfinalistinnen Anna Laurell (SWE), Savannah Marshall (ENG) und Nadzda Torlopova (RUS). Ein weiteres Ticket vergibt die AIBA noch. Hier konkurrieren Andrea Strohmaier und Liliya Durnyeva (UKR). Diese unterlag im Viertelfinale ebenfalls, nämlich gegen Elena Vystropova (KAZ/Asien). Möglicherweise gibt nun der Gewinn des Halbfinales Laurell vs. Vystropova den Ausschlag. Gewinnt Laurell, so erhält Andrea den Vorzug. Gewinnt Vystropova, dann darf sich Durnyeva auf London vorbereiten. Also heben wir die Daumen für Andrea.



15. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Andrea Strohmaier kämpft sich ins Viertelfinale durch

Azize Nimani und Elena Walendzik scheiden aus

 

Achtelfinale 75 kg (olympisch)

Andrea Strohmaier vs. Shizuyo Yamasaki (JPN) RSC. 1. Rd.

 

"Ich habe von der ersten Runde an einfach Dinger reingeknallt, sie wurde dreimal angezählt und dann war nach der ersten Runde Schluss!!!!" So kommentierte Andrea Strohmaier ihren Triumph im Achtelfinale über die Japanerin Shizuyo Yamasaki. Doch im Viertefinale wartet mit Anna Laurell ein ganz anderes Kaliber auf Andrea. Die Schwedin hat soeben mit Mary Spencer (CAN) und Lidia Fidura (Pol) zwei echte Granaten entschärft.

Andrea oder Anna? Wer gewinnt, dürfte auch in London am Start sein.

 

Achtelfinale 51 kg (olympisch)

Azize Nimani vs. Cancan Ren (CHN) 07 : 13

Nach Julia Irmen (60 kg) verpasste auch Azize Nimani in 51 kg die direkte Olympianorm. Die Chinesin Cancan Ren, Asiens Vizemeisterin 2012, nutzte ihren Heimvorteil und erhielt in jeder Runde 1-2 mehr Treffer als Azize zugeschrieben. Azize unterlag mit 7:13. Traurig, aber wahr.

Im Viertelfinale stehen vier Europäerinnen: Stoyka Petrova (BUL), Karolina Michalczuk (POL), Elena Savelyeva (RUS) und Nikola Adams (ENG). Da das Kontingent für Olympia auf 3 (+1) Europäerinnen beschränkt ist, werden diese Plätze wohl an diese Damen vergeben werden.

 

Achtelfinale 54 kg:

Elena Walendzik vs. Aleksandra Kultisheva (RUS) 09 : 18

Was war los mit unserer Deutschen Meisterin, die vor gut zwei Jahren beim Turnier in Astana(KAZ) die Russin noch mit 10:6 in Schach gehalten hat? Damals stand ihr Heimtrainer Artur Mattheis in der Ecke, ein schlauer Fuchs (siehe Foto). Lag es daran? Oder hat sich Kuleshova heuer immens verbessert? Das wird sie im nächsten Kampf dann beweisen. Warten wir´s ab.

 

 

14. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Knappste Entscheidungen, 1x für - 2x gegen Deutschland

 

Was für ein Tag, der 14. Mai, an den die Damen des DBV sicher noch lange zurückdenken werden. Es begann mit zwei Niederlagen, die mit 10:11 und 11:12 nicht knapper hätten ausfallen können. Doch dann ging es noch knapper her beim +13:13, diesmal aber für die DBV-Vertretung. Dramatik pur also am dritten Tag der WM und heiße Diskussionen über Korrektheiten der Urteile. Aber nun heißt es "volle Konzentration" auf den nächsten Tag, an dem immerhin noch drei deutsche Damen um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen.

 

Die Kämpfe vom 14. Mai

 

60 kg Olympisch: Julia Irmen vs. Estelle Mosselly (FRA) 11:12

Julia hatte sich so viel vorgenommen, schien alles im Griff zu haben. Doch nach

drei Runden lag sie "nur" mit 8:7 in Front. In der Schlußrunde (3:5) wurde sie -wie auch immer- von der Französin noch überholt. Fehlurteil? Jedenfalls sind auch wir untröstlich.

 

75 kg Olympisch: Andrea Strohmaier vs. Maria Kovacs (HUN) +13:13

Andrea erarbeitete sich über drei Runden einen Zweipunktevorsprung. Wegen einer erhaltenen Verwarnung geriet der Sieg dann noch in Gefahr. Es war die Vielzahl an Treffern in der Individualwertung, die für Andrea sprachen und den Ausschlag gaben. Tolle Leistung, Andrea. Wer eine Maria Kovacs besiegt, braucht sich im Viertelfinale vor der international noch unerfahrenen Japanerin Yamasaki nicht zu fürchten. Also gib alles Andrea, es folgen noch schwerere Gegnerinnen!

 

81 kg: Sarah Scheurich vs. Lalremliani Jenny (IND) 10:11

 Da fährt ein 18-jähriges Mädel auf die WM und sehnt sich nach einer Medaille. Den Weg dorthin verbaute ihr die Inderin Jenny, die mit ihren 28 Jahren eine weitaus größere internationale Erfahrung voweisen kann. Schade, die Jury hatte Jenny vorne, warum auch immer.

 13. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

DBV-Team weiter auf Erfolgskurs


 

Es ging am 13. Mai gut los. Azize Nimani und Elena Walenzik siegen ebenfalls.

Dann unterlag allerdings Janinia Bonorden und schied aus


 

51 kg : Azize Nimani gewann bei der WM auch ihren zweiten Kampf und steht damit im Achtelfinale der WM. Sieg setzte sich dank besserem Finish gegen Hanne Maekinen (FIN) mit 14:11 durch. Nun erwartet sie die auf Nummer 1 gesetzte Cancan Ren (CHN). Aber was heißt schon Nummer 1. Ren unterlag heuer schon gegen Mery Kom (IND), die wie Elena Savelyeva (RUS) in der unteren Gruppe boxt. Diese sind stärker einzuschätzen als alle Boxerinnen der oberen Gruppe.

Ein Sieg gegen REN muss her, dann ist die (Olympia-)Welt für Azize offen !!!!

 

54 kg : Mit 18 : 09 setzte sich Elena Walendzik gegen Sonia Lather Singh aus Indien souverän durch. Sie war in allen vier Runden um zwei bis drei Treffer besser. Im Achtelfinale trifft sie auf die Russin Aleksandra Kuleshova und diese hat sie schon einmal besiegt. Mit 10:6 beim Achtnationenturnier in Astana/KAZ im Winter 2009. Also Elena, setze Deine Konter!

 

64 kg: Für Janina Bonorden schien die Aufgabe gegen Marija Stojanovic (SRB) lösbar und sie gewann auch die erste Runde mi 4:3. Im zweiten Durchgang wurde Janina verwarnt und geriet mit 7:11 in Rückstand. Das war nicht mehr aufzuholen und der Kampf ging mit 15:20 verloren.


12. Mai 2012

Frauen WM Qinhuangdao

Azize Nimani, Julia Irmen und Andrea Strohmaier weiter!

 

Es funktioniert also doch. Die DBV-Crew durfte sich heute über drei Siege freuen, noch dazu in den olympischen Klassen 51 kg, 60 kg und 75 kg.

Azize Nimani ließ ihrer Gegnerin Pamela Esperanza Sanchez aus Costa Rica nicht die Spur einer Chance und gewann mit 23:6. Nun geht es gegen Hanne Maekinen (FIN), bevor im Siegesfall wohl die auf Nummer 1 gesetzte Chinesin Cancan REN auf sie wartet.

 

Ihrer hervorragenden zweiten Runde (5:1 Treffer) hatte es Andrea Strohmaier zu verdanken, daß sie gegen Soukayna Rabi (MAR) einen 17:13 Sieg einfahren konnte. Andrea trifft nun auf die Ungarin Maria Kovacs, die wie fast alle "Gesetzten" in der Vorrunde mit einem Freilos bedacht wurde.

 Als Dritte im Bunde ließ sich Julia Irmen nicht lumpen und kontrollierte bei ihrem 14:7 über Eleni Platana (GRE) alle vier Runden. Die nun wartende Aufgabe gegen Estelle Mosselly (FRA) müsste ebenfalls für Julia lösbar sein. Und dann?? Katie Taylor erwartet sie, wenn überhaupt, erst im Halbfinale. Also Julia, das Viertefinale ist "drin". Lasse die Fäuste sprechen.

 11. Mai 2012

Frauen WM Qinhuangdao

Maike Klüners ausgeschieden

 

Es lief doch nicht im Sinne des DBV beim Einstieg in den WM-Wettbewerb. Federgewichtlerin Maike Klueners unterlag im 1/16Finale gegen Maiva Hamadouche (FRA) in einer schlagreichen Begegnung mit 18:29 und schied damit aus. Morgen klettern Azize Nimani und Andrea Strohmaier in den Ring. Viel Erfolg!

 11. Mai 2012

Frauen WM Qinhuangdao

Auslosung für das DBV-Team gibt Hoffnung


Der Einstieg in die WM könnte für die DBV-Damen glücken, denn bei der Auslosung blieben alle bei ihren Auftaktkämpfen von der "gesetzten" Spitze verschont. Dabei setze ich voraus, im Bantamgewicht unsere Elena Walendzik die an Nr. 7 rangierende indische Meisterin Sonja LATHER Sing bezwingen kann.  Erst im zweiten Durchgang wird es vor allem für Andrea Strohmaier (75 kg) gegen Maria Kovacs (HUN) und für Sarah Scheurich (81kg) gegen Timea Nagy (HUN) schwerer als in der 1.Vorrunde. 

 

Erwartungsgemäß weisen die drei Olympiaklassen mit Abstand die höchsten Teilnehmerzahlen auf. Grundlage für ein Auseinanderlosen der Favoriten 1-4 bzw. 1-8 ist die AIBA World Women´s Rankingliste, die auf der Basis internationaler Erfolge (Punktesystem) erstellt wurde.  Ob sie sich bewährt hat, wird sich nach Abschluß der WM zeigen. In 60 kg ist z.B. Sofya Ochigava erst auf Platz 10 der Rangliste aufgeführt, weil sie nach ihrer Bein-OP nur wenige Punkte sammeln konnte. Ihre boxerische Qualität (1Sieg, 1 Niederlage vs. Katie Taylor) entspricht zumindest Platz 2. Glücklicherweise ist Ochigava bei der WM in  die untere Gruppe hineingelost worden.

 

Zu den Gewichtsklassen und Paarungen mit DBV-Beteiligung 

48 Kg, 26 T.: DBV Fehlanzeige

51 Kg, 55 T.: 12. Mai = Azize Nimani - Pamela Esperanza (CRC) 

 

54 Kg: 32 T.: 13. Mai = Elena Walendzik - Sonia Lather Sing (IND) 

57 Kg: 28 T.: 11. Mai = Maike Klüners - Maiva Hamadouche (FRA) 

60 Kg: 58 T.: 12. Mai = Julia Irmen - Eleni Platana (GRE) 

64 Kg: 26 T.: 13. Mai = Janina Bonorden - Marija Stovanovic (SRB) 

69 Kg: 20 T.: DBV-Fehlanzeige

75 Kg: 40 T.: 12. Mai = Andrea Strohmaier - Soukayna Rabih (MAR) 

81 Kg: 12 T.: 14. Mai = Sarah Scheurich - Lalremiani Jenny (IND) 

81+Kg:  8 T.: DBV-Fehlanzeige

 

11. Mai 2012

Frauen-WM Qinhuangdao

Massenauflauf bei der VII. Frauen-WM in Qinhuangdao

 

WM mit absolutem Rekord-Meldeergebnis:

343 Boxerinnen aus 77 Nationen haben ihre Teilnahme an der WM angekündigt, doch es kamen "nur" 305 aus 70 Ländern. Mit einem kompletten 10er Team gehen China, Russland, Indien, Kasachstan, Ukraine und die Türkei an den Start. Neun Boxerinnen entsenden Frankreich und die USA. Der DBV ist mit sieben Amazonen vertreten.

 

Diese  WM ist das einzige Quali-Turnier für Olympia London, wo die Damen bekanntlich  in 51 kg, 60 kg und 75 kg debütieren werden.  Alle wollen sie in diesen Klassen dabei sein, haben abtrainiert oder zugelegt  und damit einen Run ohnegleichen ausgelöst. Die WM in den Gewichtsklassen 54 kg, 57 kg, 64 kg, 69 kg, 81 kg und +81 kg wurde  zu reinen Nebenkriegsschauplätzen degradiert.

 

In der olympischen Klasse bis 51 kg startet die 29-jährige indische Nationalheldin Mary Kom Chungneijan. Die fünffache Weltmeisterin in 46 und 48 kg hat sich nun auf 49 kg hinaufgequält, um nun im Fliegengewicht weiter für Furore zu sorgen. Sie wird in Qinhuangdao feststellen müssen, daß dort die Lorbeeren sehr hoch hängen. Dort wollen Nicola Adams (ENG), Elena Savelyeva (RUS)  Karolina Michalczuk (POL) und Ren Cancan (CHN) ebenfalls einen Quotenplatz für Olympia. Für Deutschland ist Azize Nimani am Start.

 

Eine Flut an Konkurrentinnen erwartet die dreifache WM und fünffache EM Katie Taylor (IRL) in der 60-kg Division. Wer kann der Weltboxerin der Jahre 2010 und 2011 das Wasser reichen?  Von 57 kg aufgestiegen ist die zweifache WM Sofya Ochigava (RUS), von oben (64 kg) kommt die zweifache WM Gulsum Tatar (TUR).  Vermutlich werden alle drei ihr Olympiaticket lösen. Vorausgesetzt, sie prallen nicht im Vorfeld aufeinander. Julia Irmen vertritt die Farben Deutschlands.

 

Im Mittelgewicht bis 75 kg ist der Favoritenkreis eingeschränkt. Die dreifache WM Mary Spencer (CAN),  Anna Laurell (SWE), Li Jinzi (CHN) und Roseli Feitosa (BRA)  werden mit Nadezda Torlopova (RUS) und Maria Kovacs(HUN) weit vorne zu finden sein.  Aber auch die USA hat einen 17-jährigen Teenager mit Riesentalent vorzuweisen: Claressa Shields besiegte mit ihrem sensationellen Boxstil sogar Mary Spencer. Aus Deutschland dabei ist Andrea Strohmaier.

 

Die weiteren vier deutschen Damen bei der WM:

54 kg: Elena Walendzik

57 kg: Maike Klüners

64 kg: Janina Bonorden

81 kg: Sarah Scheurich

 

Nachtrag:

Es ist schon traurig, daß die AIBA mit der Festlegung der drei Gewichtsklassen  nur halbe Sachen machte. Diese klaffen nun neun bzw. 15 kg auseinander. Die Frauen hätten bei ihrem Olympiastart bessere Bedingungen verdient gehabt, zumindest die Aufgliederung in 5 Klassen. Das hätten z.B. sein können:  50 kg, 55 kg, 61 kg, 68 kg und 75 kg. Aber es standen eben nur drei Gewichtsklassen im Olympiaprogramm zur Verfügung.