Mandy Berg und Onur Kocer wurden Südbayerische Meister

Sebastian Utz und Mert Dural sind noch im Rennen

 

Die Emmeringer Amperhalle wurde für zwei Tage von den Boxern in Beschlag genommen. Es ging um die Südbayerische Jugend- und Juniorenmeisterschaft,  zu der  80 Athleten  aus den Bezirken Oberbayern, Niederbayern und Schwaben angereist waren. Der BC Piccolo hatte wieder für eine mustergültige Ausrichtung gesorgt. Immerhin mussten 49 Einzelkämpfe bewältigt werden, was mit 12 Stunden Dauerboxen verbunden war. Belohnt  wurden Manfred Kaltenhäuser und seine Crew durch Klasseleistungen ihrer eigenen Athleten.   

 

Es war die 14-jährige Mandy Berg, die  für die Überraschung des Turniers sorgte. Am Samstagabend dominierte sie in der Altersklasse U17 über die Deutsche Vizemeisterin Saskia Müller (TSV Erding) und schaffte mit 11:4 locker den Einzug ins Finale.  Dort leistete ihr am Sonntag die DM-Dritte Alena Kucharski (SC Bavaria Landshut) wesentlich mehr Widerstand. Dennoch kontrollierte die Piccoloboxerin  das Gefecht  über weite Strecken. Sie wirkte mit ihren energisch vorgetragenen Angriffen optisch  überlegen, weshalb ihr 7:6 Punktsieg  für manchen Insider viel zu knapp ausfiel.   Der mit einer Zahnspange boxenden Mandy war es egal. Sie ist Meisterin im Federgewicht und sie wurde obendrein mit dem Ehrenpreis als beste Technikerin ausgezeichnet.

 

Titel Nummer zwei für den BC Piccolo ging an Onur Kocer, ebenfalls im Junioren-Federgewicht. Sein  Kontrahent Justin Beblo  (DJK Bavaria Rosenheim) geriet bald ins Hintertreffen. Als anfangs der zweiten Runde die Überlegenheit des Schützlings von Coach Birkan Eksen zu groß wurde, hatte die Rosenheimer Ecke ein Einsehen und warf das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe.  

 

In drei Gewichtsklassen der Junioren konnte die Meisterschaft aufgrund erhöhter Teilnehmerzahl noch nicht abgeschlossen werden. Diese Endkämpfe finden deshalb am 3. März im Vorfeld der Bayerischen Meisterschaft in Eichstätt statt. Zwei Piccoloboxer sind mit dabei! Im Halbweltergewicht heißt der Titelaspirant Sebastian Utz, der im Halbfinale von Emmering gegen Denis Kikaj (BC Mekong Neu-Ulm) einen 12:6 Punktsieg landen konnte. Sein Endkampfgegner ist der ebenfalls  technisch versierte Musa Avdimetaj (VfL Waldkraiburg) nach seinem 8:3 Sieg über Michael Eifert (BC Kaufbeuren). „Das wird ein echter Knaller“, prophezeit Coach Pavlica Steko.

 

Im Junioren-Weltergewicht darf sich Mert Dural Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. Er schaffte den Einzug ins Finale mit einem ebenfalls ungefährdeten 13:4 Punktsieg über Viktor Helbling (BC Kaufbeuren). In Eichstätt heißt sein Gegner Viktor Wasischew (SV Pocking), der den Geretsrieder Igor Maksimovic mit 9:7 ausschalten konnte.

 

Nur ein einziger Piccoloboxer konnte sich nicht fürs Finale zu qualifizieren. Jugend-Mittelgewichtler  Dejan Aladzic behielt am Samstagnachmittag im Viertelfinale gegen Kerim Atalay (1.BC Haan Augsburg) nach hartem Kampf mit 9:5 die Oberhand. Gegen den  Kenan Spahiu (SC Bavaria Landshut) fehlten ihm  dann am Abend die nötigen Kraftreserven. Spahiu siegte mit 14:2 Punkten und holte sich am Sonntag souverän die Meisterschaft und den Technikerpreis der U19.

 

Verbandspräsident Heinz-Günter Deuster stellte den neuen Meistern ein gutes Zeugnis aus: „Es waren in Emmering etliche Talente  zu sehen, die ihren Weg in Richtung Deutsche Meisterschaft machen werden“.  Auch Landesjugendwart Gerhard Winnerl als Delegierter sprach von einem hohen Niveau bei den Titelkämpfen.

 

Piccolo-Coach Wolfgang Schwamberger gab sich kritischer und sah die Technik mancher Boxern noch nicht ausgereift. „Bei der Bayerischen Meisterschaft trennt sich aber noch die Spreu vom Weizen“, so der Boxenthusiast, der seinen 81. Geburtstag in der Amperhalle erlebte. Das Sekundieren überlässt er  längst den Jüngeren. Dafür  war er voll in die Organisation eingebunden, ganztags über eine Woche lang. Herzlichen Glückwunsch, lieber Wolfgang.