Sohn Emre hat es im Schlußkampf des Open gerichtet. Vater Levent Cukur durfte den "Wolfgang Schwamberger Pokal" als bester Verein in Empfang nehmen

Duell der Familie Cukur um den Vereinspokal

 

29 Boxkämpfe wurden am Samstag beim „2. Medaillen Integrations-Open 2013“ des BC Piccolo in der Amperhalle Emmering absolviert. Die meisten  Athleten waren konditionell bestens vorbereitet und überstanden die volle Distanz von drei Runden mit Bravour. Aufgrund der Ausgeglichenheit in vielen Partien hatte es die Jury bei ihrer Entscheidungs-findung nicht immer einfach. Zudem haben die Boxer, Trainer und Kampfrichter noch nicht die neuen und teils nachfragewürdigen, vom DBV aber umzusetzenden Wettkampfregeln der AIBA verinnerlicht.

 

Das Meeting in Emmering beinhaltete diesmal vier Ausscheidungskämpfe des BABV für die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft. Dieser Part war als „Otto-Kramheller Memorial“ deklariert und dem im Jahr 1998 verstorbenen einst weltbesten Kampfrichter aus Puchheim gewidmet. Otto war auch langjähriger BABV-Sportwart und bis zu seinem Tod Geschäftsführer im BABV-Förderkreis. Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser hob in seiner Gedenkansprache  besonders hervor, dass Otto  bei zwei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften amtierte und als Ringrichter Kämpfe mit Teofilo Stevenson, Sugar Ray Leonard, Michael Spinks und Evander Holyfield leitete. Aber genauso gerne stand er als „Dritter Mann“ bei den Nachwuchsveranstaltungen des BABV im Ring.

 

Das Wettrennen beim Open um den „Wolfgang Schwamberger-Pokal“ für den Besten der 20 bayerischen Gastvereine machte diesmal die Boxerfamilie Cukur unter sich aus. Der TSV 1860 München mit seinem Boss Ali Cukur hatte vor dem Schlusskampf ebenso drei Siege eingefahren wie der SV 1880 München, das Team von seinem Bruder Levent Cukur. Und kurioserweise war es dessen Sohn Emre Cukur im letzten Match vorbehalten, mit einem Sieg die Trophäe dem SV 1880 zu sichern.

 

Die von Trainer Pavlica Steko gecoachte Truppe des BC Piccolo brachte es ebenfalls auf vier Siege. Im Schüler-Papiergewicht gewann der couragiert auftretende Arlind Beka sein Debüt gegen Nemanja Nikic (BC Weißenburg) klar nach Punkten.  Rechtsausleger Robin Utz dominierte im Kadetten-Halbwelter gegen Alexander Alhaier (SV Stadtwerke München), der nach Wirkungstreffern sogar einmal bis „acht“ angezählt werden musste. 

 

Nur drei Boxer schafften am Samstag vorzeitige Siege. Einer davon geht auf das Konto von Arber Sinani, der im Junioren-Weltergewicht ständig den Schlagabtausch suchte. Seinem Kontrahenten Ioannis Diamantopoulos (PSV Augsburg)  fehlten allerdings einige Karate und Härtegrade, um mithalten zu können. Sinani wurde Sieger durch Technischen KO  in Runde drei. Jugend-Weltergewichtler Arbnor Hoti setzte den großen Widerstand leistenden Justin Beblo (DJK Bavaria Rosenheim) ebenfalls gehörig unter Druck und bleibt somit auch nach sieben Kämpfen weiterhin unbesiegt.

 

In die Freude über diese Erfolge fielen allerdings auch zwei Wermutstropfen, von denen einer sehr bitteren Geschmacks war. Ivan Steko war dem Löwenboxer Yannis Dadasios keineswegs unterlegen. Der Piccoloboxer wirkte zwar anfangs etwas verhalten, traf dann aber öfter und vor allem genauer. Die Jury entschied sich jedoch mit 2:1 für Dadasios. So hat Ivan nach fünf Siegen jetzt seine erste Niederlage im Startausweis verzeichnet. Papa Pavlica   hatte für das Urteil nur ein Kopfschütteln übrig. Da konnte man im Brucker Lager noch eher die Punkt-niederlage von Weltergewichtler Goran Djuric akzeptieren, der sich gegen den variantenreich schlagenden Denis Kikaj (Mekong Neu Ulm) nach drei spannenden Runden vorne gesehen hatte. Gelegenheit zur Revanche gibt es  bereits am

23. November beim „3. Medaillen-Open 2013“ in der Brucker Jahnhalle.

 

 

Mit Blumen und einem Geschenkgutschein wurde Aushängeschild Mandy Berg im Boxring von Präsident Manfred Kaltenhäuser  geehrt. Die zweifache Deutsche Meisterin hatte sich bei der Junioren-WM in Albena den fünften Platz erkämpft und anschließend noch das international hochklassige Queens-Cup Turnier gewonnen. Erklärtes Ziel der erst 15-jährigen Realschülerin ist nun die Teilnahme an den „II. Olympischen Jugend-Sommerspielen 2014“ in Nanjing.