Viertel- und Halbfinale Bayerische Meisterschaft

In der Brucker Jahnhalle kämpften   Bayerns beste Eliteboxer in 29 Kämpfen um den Einzug ins Finale. Erstmals nach über 25 Jahren wurde wieder ohne Kopfschutz geboxt. Mit der Umstellung hatte mancher Athlet seine Probleme. Auch einige Favoriten blieben auf der Strecke. Einer Sensation gleich kam das Ausscheiden des vierfachen Deutschen Vizemeisters und Weltligaboxers Edgar Walth (BC Straubing).

 

Den Einstieg in die kopfschutzlose Neuzeit hatte man sich in BABV-Kreisen anders vorgestellt. Doch bei den 18 Viertelfinalkämpfen powerten einige Akteure einfach drauflos und vernachlässigten dabei ihre Deckung. Die Ringärzte  hatten sogleich mehrere durch Kopfstöße verursachte Cut-Verletzungen zu versorgen. In den nachfolgenden 11 Halbfinalkämpfen  agierten die Kontrahenten etwas vorsichtiger, sodass doch die Technik immer mehr in den Vordergrund trat.

 

Piccolos langjähriger Boxtrainer Wolfgang Schwamberger brachte es auf einen Nenner:

„Boxen mit oder ohne Kopfschutz, das sind verschiedene Welten. In früheren Zeiten wurde in allen Altersklassen ohne Helm geboxt und es gab nur selten Cut-Verletzungen. Weil gelehrt wurde, die  Deckung hochzunehmen und nicht Kopf an Kopf zu boxen, wie es dann nach Einführung des Kopfschutzes praktiziert wurde. Nun muss man den Boxern erst wieder die Ursprungsvariante beibringen“.

 

Ausgerechnet einer, der in der Weltliga WSB bereits ohne Kopfschutz geboxt hat, verließ in Bruck den Boxring als Verlierer. Edgar Walth unterlag in einer mitreißenden Begegnung dem Vorjahresmeister Sharafa Raman (BC Eichstätt)  knapp mit 1:2 Stimmen. Der Nigerianer trifft nun im Finale auf den Deutschen U21-Meister Erik Sokolov (VfL Waldkraiburg), der seine Extraklasse mit einem 3:0 Sieg über Ozan Karadogan  (BC Eichstätt) unterstrich.

 

In hervorragender Form präsentierten sich die Boxer des TSV 1860 München, Halbschwergewichtler Rachad Kpekpassi (24) aus Togo bezwang überraschend den Frankenmeister Mike Lehnis (BC Weißenburg). Weltergewichtler Magomed Schachidov (18) steigerte sich von Runde zu Runde und wurde für seinen Punktsieg über Schwabenmeister Dimitri Kiselev (TV Kempten) von den vielen Löwenfans frenetisch gefeiert.

         

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