Florim Beka holt Silber

Am 3. Mai feierte Florim Beka seinen 16. Geburtstag. Beim taggleichen Challenge-Turnier in Fürstenfeldbruck gratulierten ihm Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser und Geschäftsführer Franz Santl und wünschten ihm viel Erfolg  für die Deutsche Meisterschaft in Juliusruh auf der Insel Rügen. Der Erfolg blieb nicht aus.

 

In seinem ersten Kampf, dem Achtelfinale am Mittwoch, 14. Mai besiegte der Bayerische Meister den Berliner Champion Mohammed El-Nasser nach Punkten. Anschließend wurde  der Rheinländer Vladislav Schenk mit 3:0 ausgeschaltet. Am Freitag erhielt Florim Beka dann den Südwestmeister Bujar Tahiri vor die Fäuste, der zuvor den Vize- Europameister Arthur Sauer überraschend bezwang. Florim Beka bewies erneut seine technischen Fähigkeiten und steigerte sich von Runde zu Runde. Mit einem 3:0 Punktsieg erreichte er das Finale.

 

Nur hauchdünn verpasste Florim die Goldmedaille. Diese ging an Niedersachsen-meister Alexander Wersch (BC Emstek/Cloppenburg), der von  mit seinen 32 Siegen in 45 Kämpfen als klarer Favorit galt. Florim Beka ging mit 10 Siegen aus 14 Kämpfen in die Meisterschaftsrunde.

 

Der Endkampf im Halbmittelgewicht bis 66 kg entwickelte sich zu einem echten Krimi, bei dem die Vorteile ständig wechselten. Florim holte sich die erste Runde, in der er mit mehreren rechten Geraden zum Kopf seines Gegners beeindruckte. Dann erhöhte Wersch das Tempo, traf mit Haken und glich in der zweiten Runde aus. In der alles entscheidenden Schlussrunde kamen beide Boxer zu Einzeltreffern, deren Bewertung es der Jury nicht einfach machten. Zwei Punktrichter hatten zum Schluss des technisch hochstehenden Gefechts Alexander Wersch vorne, einer entschied sich für den Bayernmeister.

 

„In einem DM-Finale umstritten mit 1:2 unterlegen zu sein, ist zwar bitter, aber nicht zu ändern. Florim hat jedenfalls alles gegeben und er hat eine große Zukunft vor sich“, sein Heimtrainer Pavlica  Steko. So sah es auch der mitgereiste Manfred Kaltenhäuser. „Eine tolle Leistung. Immerhin hatte Florim vier Kämpfe in vier Tagen zu bestreiten, während sein Finalgegner durch ein Freilos nur dreimal in den Ring klettern musste.

Bilder vom Finale (Florim in blauer Kampfkleidung)

Juliusruh – ein Abenteuer!

Die frohe Kunde aus dem hohen Norden erreichte Pavlica Steko am Freitagnachmittag, gleich nach dem Halbfinalsieg von Florim. Da gab es für den Coach von Florim Beka kein Halten mehr. Sofort buchte er die Bahntickets für sich und Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser.

Vom Treffpunkt München Hbf aus ging es um 17:42 Uhr per ICE in Richtung Juliusruh. Nach Mitternacht erreichte man die schreckliche Bahnstation "Berlin Gesundbrunnen", wo in der noch schrecklicheren Umgegend kein Domizil für einen  Zwischenaufenthalt zu finden war. Per Taxi ging es deshalb zurück zum Berliner Hbf. Dort überstand man fünf Stunden im McDonalds, ein tolles Erlebnis. Ab sechs Uhr  folgte eine Weiterreise per Bimmelbahn mit 16 Zwischenstationen bis Bergen, immerhin schon auf Rügen.  Dort wartete bereits Papa Lulzim Beka und chauffierte die beiden übernächtigen, aber optimistischen Boxverrückten in den Meisterschaftsort Juliusruh, wo man kurz vor 10 Uhr eintraf. Zeit genug, um das Bayernteam und weitere Sportfreunde zu begrüßen, bevor um 11 Uhr die Finalkämpfe starteten.


Für die Rückreise in die bayerische Heimat benötigte man nur acht Stunden. Sie erfolgte im BMW von Boxervater Lulzim Beka, der bereits am Dienstag angereist war und alle Kämpfe beobachtete. Gegen Mitternacht war die Mission „Juliusruh“ für die Männer des BC Piccolo beendet. Für das übrige Bayernteam dauerte die Rückfahrt bis vier Uhr. Wahrlich kein Trost für alle, eher ein Horror, dass auch die Meisterschaften für die beiden nächsten Jahren vom DBV nach Juliusruh vergeben wurden.