Kampfbereit: Die Teams des BC Piccolo und BC Weißenburg

BC Piccolo Fürstenfeldbruck vs. BC Weißenburg 18 : 8

 

Normales Wetter scheint es an den Boxterminen des BC Piccolo in Olching nicht zu geben. Zwei Wochen nach Pfingsten sind entweder starke Regengüsse angesagt (wie 2012 und 2013) oder die Sonne brennt hernieder wie 2014 und auch an diesem Sonntag.  Dennoch ließen sich über 600 Fans das dreistündige Spektakel im Festzelt nicht entgehen. Bei über 35 Grad Celsius auf Boxringhöhe standen sich die Staffeln des BC Piccolo und des  BC Weißenburg gegenüber.

 

13 Wertungskämpfe und ein Einlagekampf gingen über die Bühne. Wie angekündigt kletterten beim Gastgeber ausschließlich Eigengewächse in den Ring. Sie  fuhren einen hohen 18:8 Gesamtsieg ein.  Aber auch vor den Gästen muss man den Hut ziehen. Sie  waren wesentlich besser, als es das Ergebnis ausdrückt.  „Es gab mehrere knappe Entscheidungen zu unseren Gunsten, für die ein Unentschieden angebracht gewesen wäre. Die Jury darf aber keine ausgeglichene Einzelrunde mehr mit 10:10 bewerten, sie muss sich mit 10:9 für den „Besseren“ entscheiden“, kritisierte Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser die neuen Wettkampfregeln der AIBA.  Dadurch ist ein Remis nach drei Runden fast unmöglich geworden.

 

Bereits beim Auftaktkampf zwischen Arlind Beka und dem um einen Kopf größeren Nemanja Nikic  ging es knapp her. Der Brucker Bantamgewichtler erzielte seine Treffer in der Halbdistanz, musste allerdings auch mehrere Haken einstecken (2:0). Emre Tul geriet im Elite-Leichtgewicht gegen den aggressiven Jeton Hoti (W) in Rückstand, traf in der zweiten Runde jedoch hart. Der bis „acht“ angezählte Hoti erhielt zudem eine Verwarnung wegen Kopfstoßens und unterlag (4:0).  Weltergewichtler Mohamed Hamrouni verlor gegen den aktiveren Eyyüb Cakmak  nach Punkten  (4:2), bevor dann sechs Siege in Folge das Brucker Lager erfreuten.

 

Junioren-Mittelgewichtler Don Hugl übersah in der ersten Runde einen rechten Haken von Adem Prekazi (W) und wurde stehend angezählt. Dann drehte der Brucker auf. Er erzielte bei seinem Gegner Wirkung und sicherte sich noch einen klaren Punktsieg (6:2). Begeistert waren die Fans auch vom Auftritt der erst 14-jährigen Alina Popp. Sie dominierte mit ihren präzisen und harten Kombinationen gegen die  um fast zwei Jahre ältere Gegnerin Albulena Shala. Popp siegte durch TKO-Aufgabe in der dritten Runde  (8:2).

 

Die Elite-Mittelgewichtler Kerem Atalay und Jeremy Bens (Weißenburg) lieferten sich eine Ringschlacht bester Güte. Der Brucker Angriffsboxer powerte drei Runden lang drauflos, doch Showman Bens konterte blitzschnell. Atalay hatte im letzten Durchgang die größeren Reserven und entschied den Kampf für sich (10:2). Die Partie im Weltergewicht  zwischen Punktsieger Matthias Wankerl und Manuel Melkomians (W) fiel dagegen etwas ab. Beide Boxer agierten reichlich unsauber, wurden jedoch nicht verwarnt (12:2).

 

Nach der Pause setzte sich die Siegesserie der Brucker fort. Weltergewichtler Goran Djuric behielt über Stefan Casic knapp die Oberhand (14:2), während im Junioren-Mittelgewicht Luca Vetter gegen Ronny Schlapps durch TKO-Aufgabe in der zweiten Runde gewann (16:2). Doch dann kamen die Gäste wieder etwas auf. Im Jugend-Mittelgewicht verdaute Florim Beka einen Niederschlag, konnte trotz großem Widerstand den knappen Punktsieg von Remigiuz Syska nicht verhindern (16:4).

 

Zu den herausragenden Partien zählte der Kampf im Halbweltergewicht zwischen Onur Kocer und dem mehrfachen Deutschen Jugendmeister Christian Dezel (W). Der Brucker griff ständig an, doch der Champ entzog sich gut konternd und auf schnellen Beinen der Gefahrenzone. Beide Kämpfer erhielten für ihre Leistung Sonderapplaus, der Punktsieg ging an Dezel (16:6). Pfiffe erntete dagegen Mittelgewichtler Karwan Afrasiab, der mit Brachialgewalt einen Aufgabesieg in der zweiten Runde gegen Marko Sporrer (W) erzwang (18:6).

 

Erstaunlich stark präsentierte sich Brucks Schwergewichtler Tom Manzau bei seinem Comeback nach drei Jahren. Es war für ihn der 20. Kampf überhaupt. Bayerns Vizemeister Mike Lehnis (W) war jedoch mit seinen über 80 Kämpfen abgeklärt genug, das Heft in der Hand zu behalten und gewann nach Punkten. Sekundantin Katinka Semrau war mit der Leistung „ihres“ Tom mehr als zufrieden. Auch die Zuschauer waren vom Kampf begeistert.